Eski-Kermen, Katschi-Kalon, Rote Höhle
Eski-Kermen/
Эски-Кермен
Nach dem Frühstück mit Seeblick fahre ich über Залесное,
Крачжый Мак und Холмовка zum nördlichen Fuß des Зски-Кермен (Eski-Kermen). Dort befindet sich ein kleiner Parkplatz
und der Eingang zur Felsenstadt. Vorher muss man eine 6 km lange Rüttelstraße
(Schlaglöcher) und 1 km Matschweg (Lehm) bewältigen. 15 GAH (1,80 Euro)
Eintritt und viele Tipps und Hinweise vom freundlichen Wachpersonal und einem
Tourguide gibt es kostenlos. Das Faltblatt mit Höhlenerklärungen kostet 1,00
Euro; ist zwar in Russisch, aber die vielen Zeichnungen sind hilfreich.
Eski-Kermen steht unter Schutz- archäologische Forschung gibt es an mehreren
Orten.
Höhlenstadt- Felsenstadt? Das waren auf Hochplateaus liegende
Siedlungen- schwer zugänglich und daher kaum angreifbar. Die Bewohner
umliegender Dörfer und Siedlungen suchten hier Schutz vor Angriffen, nutzten
und erweiterten vorhandene Höhlen für Vorräte, speicherten hier Wasser und
richteten auch Kloster ein- einige sind heute noch in Betrieb.
Зски-Кермен
wurde im 6. Jahrhundert erbaut. Der Bergrücken ist etwas über einen Kilometer
lang und keine 200 m breit mit überwiegend senkrechten Felswänden. Erst 1299
war durch einen Überfall der Goldenen Horden (Kosaken) endgültig Schluss. Die
verbliebenen Bewohner verließen die Höhlen.
Die Tour beginnt hier gleich mit einem steilen Aufstieg durch
eine Schlucht zum höchsten Punkt des nördlichen Зски-Кермен. Teilweise
durch dichten Mischwald oder über Felsen und eine Leiter geht es nach oben. Und
natürlich ist es heiß, so knappe 30° C im Schatten. Ich genieße den tollen
Ausblick, sehe aber auch die dunklen Wolken... Der Weg führt dann über das
Hochplateau nach Süden. Zahlreiche Grotten und Höhlen liegen am Weg. Für
Waghalsige eine Einladung zu Entdeckungstouren. Aber Vorsicht: es gibt keine
Verbotstafeln oder Hinweise und in vielen Höhlen ist es stockdunkel!
Hier auf dem Hochplateau haben sich dann gleich zwei Gewitter
(!) mit mir verabredet. Aber es taucht der Tourguide auf. Er zeigt einer
ukrainischen Familie und mir den Weg zu einer Höhle, die "Komplex der
Höhlenkirche" (Пешерный храмовый комплекс)
heißt. Hier können wir Pause machen, bleiben erstmal trocken und können die
Gewitter abziehen lassen. Eine gute Stunde vergeht. Geduscht werde ich dann auf
dem Rückweg (Abstieg auf Lehm, wie Seife) am Fuß des Зски-Кермен
trotzdem noch. Der Tag ist eh' rum- ich fahre zurück nach Chodscha Sala- Schuhe
waschen und warne noch mal vor dem Matschweg, der bergab geht- er ist bei Regen
eigentlich nicht befahrbar, bremsen geht nicht....
In Chodscha Sala lacht die Sonne wieder und ich bade noch im
warmen Seewasser.
*) "Komplex der
Höhlenkirche" (Пешерный храмовый комплекс):
Ein Teil der Vorhallendecke ist vor langer Zeit eingestürzt
**) Höhlenkirche (Пещерный храм «Трех всабнцков»
Sie wird betreut von einem Einsiedler- Mönch und kann besichtigt werden
Weitere Informationen zu Eski-Kermen sind hier zu finden: http://eski-kermen.ru/about/ Leider nur
in Russisch.
Ruhetag in Chodscha Sala! Baden im
See, Spaziergang durch den kleinen Ort. Handyempfang ist hier gleich Null;
Internet geht nicht. Rundherum hohe Berge, der See liegt in einem Tal.
Katschi-Kalon/ Качи-Кальон
Ich verlasse Chodscha Sala und fahre
über Bachtchisaray (Бахчисарай)
in das Tal mit den Orten Pereduschelhoe, Baschtanowka und
Meschino (Передущельное,
Баштановка,
Мешино)
usw. das unter dem Namen Katschi-Kalon mit dem Kloster
Kiz-Kermen bekannt ist. Die Fahrt ist etwas kompliziert, weil man einige Berge
umfahren muss. Im
Bergmassiv Katschi-Kalon/ Качи-Кальон und in den benachbarten
Tälern gibt es zahlreiche Felsenhöhlen und Grotten und entsprechend viel zu
besichtigen.. Das Felsenkloster Kiz-Kermen entstand im 8. und 9.
Jahrhundert und ist heute orthodoxes Kloster.
Den steilen Aufstieg zum Kloster verhindert ein Regenguss, die
fotografierte Besuchergruppe landete im Gewitter... und so fahre ich über Бахчисарай zum nächsten Ziel.
Kizil-Koba/ Rote Höhle Кизил-Коба/ Красные Пещеры
Über Simferopol (Симферополь)
(welcher Vollidiot hat die Schilder "Ялта"
- Nebenstrecke aufgestellt? Erschießt den Kerl! Haltet Euch also
lieber an die Hauptstraßen und ignoriert die Schilder.) geht es auf der M18/E105
genau bis Ortseingang Perewalnoe (Перевальное).
Dort geht rechts eine Straße ab nach Kizil-Koba/ Rote Höhle Кизил-Коба/
Красные Пещеры.
Was 2007 noch ursprünglich und rustikal war, ist jetzt leider in
Kommerz und Beton verschwunden. Schade.
Rote Höhle/ Красная пешера,
auch bekannt als Kizil Koba/ Кизил-Коба ist die größte und wohl am weitesten erforschte Höhle der
Krim. Gänge, Grotten und unterirdische Seen erreichen eine Länge von 20 km.
Zugänglich für Besucher ist jedoch nur ein kleiner Teil von ca. 1 km Länge.
Offensichtlich hat man Angst, dass sich jemand den Kopf stößt, und kräftig
kassieren kann man auch so. Außerdem ist so mehr Zeit, um den ganzen Andenken-
Mist zu verkaufen.
Ich übernachte auf dem kleinen Parkplatz (Trafostation) ein Stück
vor dem Touristeneingang. Nachts ist der Platz leer und ruhig. Die an
verschiedenen Stellen genannte Турбаза existiert hier jedenfalls nicht!
Ich bleibe noch in der Bergwelt, das
nächste Ziel heißt Staryi Krim und das alte
armenische Kloster Surb-Khach (Сурб Хач).
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