Kiew / Киïв - Stadt am Dnipro – Hauptstadt der Ukraine
Allgemeine Hinweise
Wichtiges
über Kiew:
3 Millionen Einwohner, Sitz von
Parlament und Regierung der Ukraine, wichtiges Zentrum des orthodoxen Glaubens,
Sitz eines ukrainisch-orthodoxen Patriarchen
und eines russisch-orthodoxen Metropoliten;
99 Hochschulen; führend die Nationale Taras Schewschenko
Universität; 25 Museen.
1941: Schlacht um Kiew; 1982: 1500 Jahrfeier; 1986: Tschernobyl-
Super-GAU, nur 100 km nördlich von Kiew,
2004: Orange Revolution nach Wahlfälschungen; 2012: einer der Austragungsorte
der Fußballeuropameisterschaft.
Übernachten im Zelt, Wohnwagen,
Wohnmobil oder Zimmer:
Touristkomplex Prolisok / Туристический Комплекс ПРОЛИСОК
GPS:
50°27'11.23"N 30°20'13.50"E
Adresse
/ Адрес:
Prospekt
Propedi / Проспект Победы 139 (M 06 Richtung Kiew, rechts)
Kiew
/ Киïв
Ukraine
/ Украина 03179
Telefon
/ Телефон: (38 044) 424-14-90
Link:
http://uahotels.info/hotel/Prolisok-Kiev/ (Hier hat offensichtlich der Eigentümer gewechselt)
Service:
WC, Duschen, Ent- und Versorgung, Strom
Verkehrsanbindung:
Mashrutka Nr. 199 (fährt ab Boulevard Mikoli Uschakowa- 10 Min. Fußweg) zur
Metrostation Akademistetchko oder Schitomirska (rote Linie)
Stadtpläne:

Der „Kleine“ (ca. DIN C6) für die
Westentasche… der „Große“ (ca.
DIN A4) besser geht nicht! Beide bei Mapfox: http://www.mapfox.de/9789664751732.php
und http://www.mapfox.de/9789664753507.php
Reiseführer:
Es gibt eine große Auswahl an
Reiseführern; dieser hat mir sehr geholfen:
Kiew
entdecken- Rundgänge durch die Metropole am Dnepr Trescher Verlag 2. Auflage 2007,
416 Seiten, 16.95 Euro, farbige
Klappkarten, 10 Stadtpläne, 197 teils vierfarbige Fotos, ISBN 978-3-89794-111-3
Mit
der Metro fahren:
Dieses Symbol findet man an allen
Haltestellen- Zugängen. Mit der Metro erreicht man fast alle Sehenswürdigkeiten
in Kiew.
Den Linienplan gibt es in den Stadtplänen und
auf allen Bahnhöfen. Das Metronetz umfasst 3 Linien mit 40 Bahnhöfen.
Zugdichte: alle 2 bis 5 Minuten. Fahrpreis: 20 Cent ( 2 Hrivna)
Man kauft Jetons (Plastik- auf jedem
Bahnhof), wirft die am Drehkreuz ein und kann beliebig lange fahren; auch
umsteigen. Die Züge sind sauber, pünktlich, sehr laut und sehr voll. Alle
Namen, Schilder usw. sind in
kyrillischer Schrift! Weitere
Verkehrsmittel in Kiew sind Straßenbahn, Trollybus, Bus und Mashrutka
(Minibusse). Hinweise und Linienpläne in den Stadtplänen. Außerdem: Standseilbahn
Kiew (Funikular) von 1905,
die Podil mit der oberen Stadt
verbindet. Mehr über die Metro: http://en.wikipedia.org/wiki/Kiev_Metro
Karten und Stadtpläne kaufen:
Stadtpläne, Wanderkarten, topographische Karten der ganzen
Ukraine gibt es im Stadtgeschäft des Ukrainischen Verlages Kartografia: Hier
ist die Adresse:
"Картографія"
Червоноарминська бул.
69 Metrostation: Республиканский (Blaue Linie).
Der Laden ist eine wahre
Fundgrube! Internet: http://ukrmap.com.ua/index.php
Leider nur Ukrainisch!
Gleich daneben ist
übrigens ein Laden vom Provider LIFE!
Tschernobyl
Nur 100 km von Kiew entfernt
ereignete sich am 26. April 1986 die atomare Katastrophe von Tschernobyl: Der
Reaktorblock 4 geriet außer Kontrolle und explodierte. 1500 Tote, 350.000
umgesiedelte Menschen
und 1,5 Millionen Hektar verstrahlte
Städte und Landschaften sind die Folge. Inzwischen gibt es einen nicht
genehmigten Katastrophentourismus: per Bus ins Sperrgebiet und gegen Geld bis
an den Sarkophag
…!
Deutsch
sprechende Ukrainer kennenlernen?
Immer sonntags ab 19 Uhr gibt es für deutschsprechende Ukrainer
und Deutsche einen Stammtisch im "Sunduk Pub", (neben dem
"Avalon", hinter der Vladimirkathedrale), Tel.: +38-044-2705519
Boulevard. Leontowitscha 7 вул. Леонтовича 7
Metrostation: Universität ! http://www.afisha.ua/restaurant/z1899/
Aktuelles hierzu kann man über das http://forum.ukraine-nachrichten.de/
erfragen.
Der Stammtisch ist seriös; man trifft
nette Leute und kann viele Informationen bekommen.
Auf Entdeckungstour
Rund um Majdan und Khreschatyk:
Hier fühlt man Kiew; hier muss man
sich einfach mal länger aufhalten- das Treiben beobachten wenn das sommerliche
Kiew sich in Brunnen und Fontänen abkühlt, den großen Platz der Unabhängigkeit
„Majdan“ auf sich wirken lassen, denn hier unter dem Erzengel Michael tobte
2004 die orange Revolution, die Präsident Wiktor Juschtschenko an die Macht
brachte- heute fast vergessen…
Khreschatyk- bekanntester Kiewer
Boulevard- das Wohnzimmer der Kiewer; Geschichtsträchtig, Geschäftig, zwischen
Bessarabischem Markt und Dnipro. Man muss gut zu Fuß sein und man kommt an
vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.
Fahre mit der Metro zur Station "Universität". Durch
den Botanischen Garten laufe ich zur Vladimirkathedrale. Das große rote Gebäude
der Universität Taras Schevschenko zeigt mir den Weg zum gleichnamigen Park
in dem das Denkmal des Ukrainischen Nationalhelden, Dichters und
Schriftstellers steht. Im Park viele Aktivitäten für Kinder- und Bürger malen
Parkbänke an- ganz individuell, Farbe gibt es von der Stadt.
Über den Boulevard T. Schevschenko geht es nun zum
Bessarabischen Markt.
An ihm steht die prachtvolle Halle von 1912 gleichen Namens, die
außen von Reklameschildern verunziert wird. Seit jeher wird hier alles angeboten,
was es auf Märkten so gibt- vor allem Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, usw. aber
in gehobener Darbietung und Preisgestaltung...
Eine Dame an einem der zahlreichen Kaviarstände wollte absolut
nicht fotografiert werden; komisch... Ansonsten ist das Fotografieren und
Filmen in Kiew überhaupt kein Problem- Ausnahme: nie in Kirchen und keine
Polizisten...
Über den mittlerweile für den Autoverkehr gesperrten Khreschatyk
(an den Wochenenden) gehe ich Richtung Nationaltheater und Metrostation
"Teatralna". Metro und Marshrutka bringen mich nach Hause.
Metro bis Arsenalna, dann weiter zum Höhlenkloster. Mache aber
nur den kurzen Rundgang, es ist sehr voll, Sonntag. Bin mit Bekannten aus
Svitlowodsk verabredet, sie arbeiten hier in der Nähe und wir klönen erstmal.
Noch mal viele Grüße an die lustige Bande aus Svitlowodsk- vielleicht sehen wir
uns auf der Krim. Hier auf dem Arsenalplatz erinnert das Denkmal mit dem
Feldgeschütz an den Aufstand der Arsenalarbeiter zur Oktoberrevolution 1917/
18.
Die Metrostation Arsenalna liegt
übrigens 102 Meter unter der Erde- Weltrekord; die Rolltreppenfahrt dauert
4,5 Minuten.
Fahre heute mit der Metro bis Theaterplatz. Von hier mache ich
einen längeren Spaziergang über Opernplatz (Nationaloper der Ukraine) -
Goldenes Tor (größtes Tor der alten Befestigungsanlagen von 1037). Der Weg
führt an der Sophien- Kathedrale vorbei zum großen Platz vor der St. Michaels-
Kathedrale an dem auch einige Regierungsgebäude stehen. Hinter der Kathedrale
beginnt ein weitläufiger Park, der Blick auf den Dnipro ist meistens durch
Bäume versperrt. Man muss mehrere Treppen bewältigen, dann erreicht man den
"Bogen der Völkerfreundschaft". Das Ding mit 60 Metern Durchmesser
erinnert an die frühere Vereinigung der Ukraine mit Russland. Über Kreschatyk
und Majdan geht es dann mit der Metro zurück- die Stationsansagen verstehe ich
immer noch nicht...
*)
Fürstin Olga, Regentin ca. 945; Apostel Andreas, Theologe Kiyrill und Linguist
Method: Übersetzer d. heiligen Schrift ins Slawische und Begründer der späteren
kyrillischen Schrift
Fahre heute zum Postplatz (Поштова)
im Stadtteil Podil / Flusshafen um dann mit Funiculaire- der
alten Standseilbahn von 1905 wieder zum Michaelplatz in die Oberstadt zu
fahren. Dieses Unikum überwindet 75 Höhenmeter in wenigen Minuten und kostet
nicht mal 20 Cent. Auf meinem weiteren Weg komme ich an der Andreaskirche
vorbei- eine der schönsten Ukrainischen Barock Kirchen und finde auch die alte
Holztreppe zum Aussichtspunkt, aber der ist durch Bäume zugewachsen, liegt
voller Müll und der Holztreppe fehlt so manches Stufenbrett!! Ich folge dem
Andreassteig abwärts über Kopfsteinpflaster vorbei an unzähligen Kunst- und
Kitschständen zum Kontraktplatz. Mitten auf dem großen Kontraktplatz in einem
kleinen Park steht das Standbild von Kosaken- Hetman Sahaidashnjy, Keule
schwingend und zu Pferd. Ich werde noch einkaufen und dann mit der Metro nach
Hause fahren.
*) Bronzedenkmal von Hryhorij Skovoroda (Григорий Чковорода)
gest. 1794. Großer Philosoph, "Geistiger Rebell" der
Nation, vielsprachig und Autor von 17 philosopischen Werken.
An der Akademie Mohyla hier am Kontraktplatz hat er als Schüler gelernt.
**) Denkmal des Kosaken- Hetman Sahaidashnjy (1570- 1622) Feldherr und Sieger
über die Türken; aber vor allem Mitbegründer der ethisch- religiösen Ukraine.
Eigentlich sollte das ein Ruhetag werden, aber die Stadt
lockt...
Ich muss sie gesehen haben: die gewaltige Statue der Mutter
Heimat, sozialistischer Kultus, 580 Tonnen schwer und 108 m hoch mit Schild und
Schwert, samt Plastiken heroischer Krieger usw. ist das Gelände so groß, dass
die Hacken schmelzen... In der Ferne grüßen die goldenen Kuppeln des
Höhlenklosters, es geht durch einen weiten Park vorbei an den Plastiken der
Krieger, dann muss der Kopf in den Nacken- sie ist schon groß, die Mutter...
Dann die Treppen runter zum Dnipro, wieder durch einen Park zum
Dniproufer und da finde ich es endlich: das Denkmal der Kiew- Gründer; die
Brüder Kiy, Schek und Khoriv und Schwester Lybid auf ihrem Boot. Das Jahr soll
482 gewesen sein, die ganze Geschichte ist zu lang. Ich fahre mit der Tramlinie
5 zurück zur Metrostation "Dnipro" und dann nach Hause.
Jetzt komme ich langsam dahinter: die Stationsansagen kommen
immer dann, wenn die Metro mit viel Krach gerade bremst, man muss nur die
ersten 1, 2 oder 3 Silben kennen, den Rest verschluckt der Sprecher ohnehin...
Heute ist mein Ruhetag. War nur zum Getränke kaufen. Habe in der
Sonne gelegen und versucht, Ukrainisches Radio zu verstehen...na ja... Auf dem Prolisok
Campingplatz ist es absolut ruhig, wenig Gäste.
Habe mich heute auf dem Kreschatyk (Hauptflaniermeile) und
Majdan (Unabhängigkeitsplatz) rumgetrieben. In Den Wasserfontänen und Brunnen
baden die Kinder (und Erwachsene...), Kiew ist kuschelig warm; so 32°C im
Schatten. Ich esse Eis und suche immer die Schattenseite der Straße. Ich habe
jetzt die Ruhe, einfach nur zu bummeln, alles Wichtige habe ich besucht und gesehen.
Auf Prolisok- Camping sitze ich im Schatten und schreibe, sortiere Fotos.
Mache "Hausarbeiten", Wasser auffüllen usw. Dann gehe
ich trotz der Hitze zum Markt (Ринок)
in der Vorstadt Swjatoschin, Tschornobilska Blv.
Hier kaufen die Menschen aus den umliegenden Hochhaussiedlungen; der Markt besteht
hauptsächlich aus Bretterbuden und Plastikplanen. Die Preise sind entsprechend
niedrig. Ich kaufe Tomaten, Paprika, Erdbeeren, Weißbrot, Milch und Apfelsaft.
Mein Rucksack ist voll und ich habe noch nicht mal 5 Euro ausgegeben. Heute
Abend ist es
etwas abgekühlt und ich gehe hier im Wald hinter Prolisok
spazieren. Aber Vorsicht: Manchmal toben hier die Paintball- Krieger rum...!
Ich fahre zum letzten Mal in die City von Kiew und bin abends
noch mal beim Stammtisch für Deutsche. Wir sitzen draußen, es ist warm im Garten
vom Sunduk Pub und das ukrainische Bier schmeckt... Mit der Metro fahre ich
nach Hause.
Sehr früh starte ich zum Ukrainischen
Museum der Volksarchitektur, dass im Süden von Kiew liegt. Ich lande im
Berufsverkehr, die Ausschilderung ist schlecht, einmal fahre ich daran vorbei.
Was soll's... Aber dann werde ich belohnt; Häuser, Mühlen usw. (150 Gebäude) im
Originalzustand wieder aufgebaut aus 25 Regionen der Ukraine aus dem 16. bis zum 20. Jahrhundert.
Es ist das größte Museum dieser Art in Europa.
In vielen Gebäuden werden auch
Hausrat und Gerätschaften gezeigt und viele Häuser und Hausgärten werden von Babuschkas bewirtschaftet. Sie
führen auch gern durch die Häuser und haben viel zu erzählen...!
In den alten Holzkirchen gibt es
Gottesdienste und man kann dort heiraten. Leider fehlt Geld, um wichtige
Erhaltungsarbeiten und Restaurierungen zu machen.
Das Gebiet ist viele Hektar groß, bis
zum frühen Nachmittag bin ich unterwegs, Eintritt: 1,60 Euro...! Zu essen und
zu trinken gibt es auf dem Museumsgelände für wenig Geld. Unbedingt den
Übersichtsplan an der Kasse verlangen! Vor dem Eingang gibt es Parkmöglichkeiten auch für
Wohnmobile.
Am Nachmittag verlasse ich Kiev, es
geht über die Dnipro- Brücke
(Пивденний
Мист) in Richtung Borispol, bekannt durch den großen
Flughafen. Und hier beginnt meine Tour
entlang des Dnipro...